© Lachsabstreifen an der Weser um 1900

Die "Königliche Landwirthschaftliche-Gesellschaft" hatte ihre Sommersitzung in Celle. Es war das Jahr 1855, als der Landesökonomierat Nicolaus Witte einen Vortrag über den Stand der künstlichen Forellenzucht in Deutschland hielt. Die Folge des Vortrages war die Gründung einer Fischzuchtkommission mit dem Ziel, die Fischzucht im Königreich Hannover voranzutreiben. Die Unterstützung des Staates für die Entwicklung der Fischzucht blieb zunächst aus. Doch die Mitglieder der Kommission waren ausdauernd. Dies führte mit Verspätung schließlich zum gewünschten Erfolg: Anfang 1860 entstand die erste Lachszuchtanstalt in Schlieckertsbrunnen bei Hameln, etwa später die ersten Forellen-zuchtanstalten in Winzenburg, Bienenbüttel und Uelzen. Die Karpfenaufzucht begann 1897 noch knapp vor Ende des Jahrhunderts. Und dem Fischzuchtmeister Juckel gelang als erster in Deutschland die künstliche Befruchtung des Nordseeschnäpels!

 


Die Geschichte nahm ihren Lauf.
Der Zentralausschuss der "Königlichen Landwirthschaftlichen-Gesellschaft" wurde im Jahr 1899 in die Landwirtschaftskammer überführt. Die Fischzuchtkommission blieb, nannte sich aber nunmehr Fischereiausschuss. Der Ausschuss bestand aus vier Gutsbesitzern und fünf fischereilich interessierten Beamten. Geschäftsführer des Ausschusses blieb, wie schon bei der "Königlichen Landwirthschaftlichen-Gesellschaft", der Wanderlehrer Giesecke. Der Wanderlehrer hatte ab jetzt mehr Arbeit. Er betreute auch die zur Landwirtschaftskammer zugehörigen Außenstellen und Erbrütungsstationen an Weser, Ems und Elbe.


Die Gründung des Landesfischereiverbandes Niedersachsen
Der staatliche Einfluss im Fischereiausschuss war zu groß. Dieser Meinung waren die berufsständigen Mitglieder und Sportangler. Daher gründeten sie am 21. Oktober 1921 den Provinzial-Fischereiverein Hannover und schrieben gleich in §1 der damaligen Satzung fest: Der Verein soll "zum Schutz des Fischers, Teichwirts und Fischzüchters den Behörden gegenüber und in der Öffentlichkeit" sein. Aus dem Provinzial-Fischereiverein traten 1933 die Sportfischer aus. Vier Jahre später spalteten sich die Regierungsbezirke Aurich und Osnabrück ab. Im Jahr 1939 kam es zur Gründung des Landesfischereiverbandes Niedersachsen.