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Karpfenerzeugung in Niedersachsen ist extensive Wirtschafts-

weise in über 100-jähriger Tradition. Karpfen und hochwertige Nebenfische wie Schleie, Zander und Hecht wachsen auf rund 719ha teichwirtschaftlicher Nutzfläche. 36 Karpfenbetriebe, verteilt über ganz Niedersachsen, erwirtschaften derzeit 116t (Quelle:Statistisches Bundesamt, 2014). Verarbeitet oder verkauft werden die Fische meist direkt ab Betrieb. 

 

Alle großen Karpfenteichwirtschaften sind aufgrund ihres ökologischen Wertes als Natur-, Vogelschutz- und/oder FFH-Gebiet ausgewiesen. Durch die extensive Bewirtschaf-
tungsweise der oft ausgedehnten Wasserflächen bleiben wertvolle Wasserlebensräume mit teils seltenen Tier- und Pflanzenarten in unserer Kulturlandschaft erhalten.

 

 

 

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Verändert hat sich die traditionelle naturnahe Bewirtschaft-

ungsweise nicht, doch die Rahmenbedingungen in Form von naturschutzfachlichen und wasserrechtlichen Auflagen wurden ständig erhöht. Ebenso problematisch ist der über Jahrzehnte anhaltende hohe Fraßdruck auf die Fischbestände, vor allem durch Kormorane. Fisch braucht Wasser - ein weiteres Konfliktfeld. Die Durchgängigkeit von Gewässern ist ein zentrales Anliegen der Wasserrahmenrichtlinie, damit verbunden wurde die Forderung von Landkreisen, die teilweise über 100-jährigen Staus der Karpfenteichanlagen aufzuheben. De facto hätte dies die Vernichtung dieser bereits geschützten Wasserlebensräume bedeutet. 

 

 

Karpfenteichwirte gehen heute vielerorts neue Wege. Dazu gehört auch, einen regional erzeugten Speise-

karpfen, z.B. als Filet mit Zutaten der modernen Küche, einer Verbrauchergeneration mittleren und jüngeren Alters wieder schmackhaft zu machen. Touristische Angebote rund um die Karpfenteichwirt-
schaften erfreuen Erholungs- und Naturerlebnissuchende.

 

Der Erhalt der karpfenteichwirtschaftlichen Flächen in Hand der Fischzuchtbetriebe braucht weiterhin, neben dem politischen Willen, auch dessen Umsetzung auf Verwaltungsebene und voran eine Veränderung in den Köpfen von Umwelt- und Naturschutzmitarbeitern für ein Miteinander. Hierzu zählt die Anerkennung und mancherorts auch die fianzielle Unterstützung für die kulturpflegerische Leistung der Teichwirte.